Abgängige Steilböschungen können durch die Herstellung eines bewehrten Erdbetonkörpers unter Beibehaltung der ursprünglichen Böschungsneigung wiederaufgebaut werden. Im nebenstehenden Beispiel war die Böschung infolge Hochwasser zu so großen Teilen abgängig, dass dabei das Fundament des darüber befindlichen Stützbauwerkes für den Gleiskörper zu weiten Teilen unterspült und freigelegt wurde. Durch den großflächigen Einsatz von Erdbeton im Hydro-Zementations-Verfahren und einer Bewehrung aus Geogittern konnte die Böschung dauerhaft wiederaufgebaut werden. Zum Schutz vor künftigen Hochwasserschäden wurde der Böschungsfuß zusätzlich durch eine Stützmauer aus gefüllten Drahtgitterkörben (Gabionen) verstärkt.
Die Sicherung eines Böschungsbruches erfolgt hier mittels Stahlbetonelementplatten, wobei die auftretenden Lasten über GEWI-Zugpfähle in tragfähige Bodenschichten geleitet werden. Die Böschung wird dabei mit zahlreichen Drainagebohrungen versehen, um zukünftig einen Grundwasseranstieg in der Böschung und den damit verbundenen Wasserdruck zu verhindern. Um einen dauerhaften Korrosionsschutz der Verankerung gewährleisten zu können, kommt hier der Pfahlkopfausbildung eine besondere Bedeutung zu.
Die Böschungssicherung erfolgt mittels einer aufliegenden Vernetzung aus 6-Eck-, 4-Eck- oder hochfestem Rhomboid-Drahtgeflecht. Durch eine Drahtseilverspannung wird ein möglichst enges Aufliegen der Netzbahnen auf der Böschung gewährleistet. Die auftretenden Lasten werden über eine Rastervernagelung mittels Stab- oder Ösenankern in den anstehenden Boden abgetragen.
Für größere statische Belastungen empfiehlt sich eine Böschungssicherung mittels einer aufliegenden Vernetzung aus grobmaschigen Diagonal-Drahtseilnetzen mit einer vormontierten, engmaschigen Unterlage aus 4-Eck-Drahtgeflecht. Auch bei dieser Variante wird über eine Drahtseilverspannung ein möglichst enges Aufliegen der Netzbahnen auf der Böschung gewährleistet. Die auftretenden Lasten werden wiederum über eine Rastervernagelung mittels Stab- und Seilankern in den anstehenden Boden abgetragen. Durch das Eindrehen der Ankerplatte in eine vorab hergestellte Vertiefung lässt sich aufgrund der hohen Steifigkeit der Diagonal-Drahtseilnetze sogar ein Vorspannungseffekt erzielen.
Bei Versagen kleinerer Erdböschungen können diese auch im Schutz einer temporären Baugrubensicherung durch einen Steinsatz aus schweren Wasserbausteinen und anschließende Verfüllung der Hohlräume mit Zementmörtel ersetzt werden.
Durch das Verlegen von dreidimensionalen Stahlgittermatten wird zur Erdstabilisierung eine oberflächennahe "Bodenbewehrung" eingebracht, die über Erdnägel in den festen Untergrund verankert wird. Die dreidimensionale Gitterstruktur erlaubt das anschließende Verfüllen der Gitterhohlräume mit gebrochenem Kantkorn und gut bewuchsfähigem Erde-Humusgemisch. Mit einer abschließenden Spritzbegrünung kann eine dauerhafte, flächendeckende Wiederbegrünung gewährleistet werden.
Zur dauerhaften Sicherung von Böschungen, aber auch zur temporären Sicherung von Baugruben oder Voreinschnitten wird der vernagelte Stützkörper (Bodenvernagelung) als wirtschaftliche Sicherungsvariante eingesetzt. Dabei wird aus dem anstehenden Boden durch ein entsprechend eng gewähltes Erdnagelraster ein quasi-monolithischer Körper erzeugt. Die vorhandenen Erddruckkräfte können durch die dabei entstehende Nageltragwirkung in Verbindung mit einer aufgebrachten Aussenhaut aus bewehrtem Spritzbeton aufgenommen werden. Wird dieses Verfahren als dauerhafte Lösung gewählt, so werden die Nagelköpfe in die Spritzbetonschale integriert, so dass eine gleichmäßig ebene, auch optisch ansprechende Oberfläche entsteht.